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by Martin Götz

Mittwoch, 7. September 2016

Ironman 70.3 Zell am See/Kaprun - das zweite Saisonhighlight 2016

Ironman 70.3 Zell am See/Kaprun - das zweite Saisonhighlight und gleichzeitig der Wettkampfabschluß für die Triathlon-Saison 2016 ist nun auch schon wieder über eine Woche her. Die Zeit rennt und ich bin wieder einmal spät dran mit meinen Racebericht.

Was gibt es zu berichten aus dem Salzburger Land ?
Wir haben uns am Freitag morgen aufgemacht und sind vom schönen Mainfranken gen Süden aufgebrochen mit dem Ziel - Zell am See. Allerdings mit dem größten Respekt vor der groß angekündigten Reisewelle an diesem Augustwochenende. Daher sind wir wirklich früh am morgen aufgebrochen um den größten Staus aus dem Weg zu gehen. Das ist uns auch ganz gut gelungen und bis auf 2 Staus bei denen wir ca. 1 Std. verloren haben, lief es rund.
Am frühen Nachmittag waren wir dann schließlich an unserem Ziel und haben uns auf dem Campingplatz  Panorama Camp, welcher uns am günstigsten für den Wettkampf gelegen schien niedergelassen. Hier bauten wir unser  Basislager auf (mein Rennbus ist so toll :-) ). Mit den 2 km zur Wechselzone und den 4 km zum Zielbereich/Ironman-Expo ist der Campingplatz unseren Ansprüchen auch voll gerecht geworden und war nebenbei auch noch ein echt schöner Campingplatz  mit vielen netten Menschen. So waren die Wege lediglich am Wettkampftag eine kleine Herausforderung, da wir an den anderen Tagen auf MTB unterwegs waren.

Am Freitag Nachmittag machten wir uns somit auch gleich vom Campingplatz zum Zielbereich auf, wo sich  die Registrierung befand die  am Freitag schon geöffnet hatte. Nach einer wunderschönen 4 km Spazierfahrt am  Zeller See entlang waren wir also am sogenannten Irondome oder auch Expo-Gelände. Die Registrierung ging dann auch extrem schnell, weil wirklich gut organisiert und ich nahm meinen Event-Rucksack mit den Anmeldeunterlagen entgegen. Wir verbrachten noch einige Zeit auf der Expo und schauten uns auch noch die Laufstrecke ein bisschen an um herauszufinden, wo man mich am Sonntag dann wohl am besten verfolgen kann. Was sich aber nicht so einfach herausstellte da die Führung der Laufstrecke am Freitag noch nicht so richtig erkennbar war.
Aber egal die Kulisse war schon am Freitag vielversprechend.


Am Samstag stand morgens um 10 Uhr das Racebriefing auf dem Plan. Auch in Zell am See, wie schon in St.Pölten, stellte sich die Besprechung  wieder als kurzweilig heraus, was sicherlich am Kommentator liegt, der derselbe wie in St.Pölten war. Nach der Wettkampfbesprechung noch kurz über die Expo geschlendert, Geld ausgegeben :))  und dann an den See gefahren (in das Strandbad in dem sich am Sonntag die Schwimmarena  befand) und das sommerliche Wetter genossen.

Eine Besonderheit in Zell am See ist der späte Start. Ich dachte eigentlich, dass mir das entgegenkommt. Es war auch ein enspannter Morgen, ohne den normalen Stress an solchen Renntagen. Die Sonne zeigte aber schon am Morgen ihre volle Schönheit so, dass ich leichte Bedenken wegen der Hitze zur Mittagszeit bekam. Aber was soll's, ist mir Sonne und Hitze doch viel lieber als Regen und Kälte - LÄUFT - könnte man sagen.
Um nochmals in die Wechselzone zu kommen, machten wir uns also kurz nach 9 (gut ausgeschlafen) auf zur Wechselzone. Die 2 km Fußweg stellte sich als kein Problem dar und ich empfand es sogar als beruhigend noch einen kleinen Spaziergang zu machen, In der Wechselzone wurde nochmals alles gecheckt und dann ging es zum Schwimmstart in das kleine Strandbad.
Hier zeigte sich Ironman wirklich von einer sehr professionellen Seite und präsentierte eine wirklich tolle Schwimm-Arena - wohl die Schönste die ich bisher gesehen habe.
Ich ordnete mich also für den Rollingstart ein und wartete im Neo und in der Sonne auf meinen Start. Los ging es, nach einem Neo-Saunagang ( man war das heiß im Neo in der Sonne zu stehen! ) , als der erste Profi gerade sein Schwimmen beendete.


Was soll ich sagen das Schwimmen war ein Traum ! Ein absolutes "Must" für jeden Triathleten! Klarer See, tolle Strecke (man hört die Zuschauer klatschen und schreien) und schneller Kurs,  wie gesagt ein Traum!!!! Nach einer für mich guten Zeit ging es also in die Wechselzone, die geprägt ist von weiten Wegen. Also Wechselbeutel geschnappt durchs Wechselzelt, umgezogen und ab aufs Rad. Hört sich schnell an, ist es auch - aber gefühlt waren hier bestimmt 500 m zurückzulegen - aber mei das ist Triathlon und jeder muss diese Wege gehen,

Ab aufs Rad. Vor der Radstrecke hatte ich größten Respekt, so war doch diese Kante in der Strecke! 15 km Berg mit einer angeblich durchschnittlichen Steigung von 14 %. Wie war es wirklich? Es war wirklich ein harter Berg, der sich auch wirklich über ca. 15 km erstreckt einzig ob es durchschnittlich 14 % Steigung sind kann ich nicht kommentieren, da ich es nicht weiß. Der Charakter des Berges - 13 km normaler Berg und davon die Letzten 2 km sehr steil. An der 2 km Rampe habe ich sogar Athleten schieben sehen, was zu einem an den 13 km vorher gelegen haben könnte (mental fand ich es auch sehr anstrengend so einen langen Berg zu fahren) zum anderen haben sicherlich manche Athleten keine Alpen taugliche Übersetzung auf Ihren Zeiträdern gehabt (welche man aber in Zell am See definitiv braucht) oder es lag einfach an der Hitze die am Berg herrschte. In dieser 15 km Steigung gab es kaum Schatten und naturgemäß auch wenig Fahrtwind, somit war es schon sehr heiß und kraftraubend.  Nach dem Berg kam dann eine laaaaaaange Abfahrt. Der Gipfel ist ca. bei km 35 erreicht, bis Kilometer 60 geht es dann wirklich zügig voran und aus den Skigebieten wieder zurück an den See. Hier geht es dann noch ein wenig am See entlang und zurück an die Wechselzone.


Kilometer 80-90 fand ich persönlich als fahrerisch ein wenig anspruchsvoller, da es doch über das ein oder andere Hindernis geht (Holzbrücken, Schlaglöcher usw.). Leider wurde um mich herum auf den letzten 10 Kilometer auch extrem Windschatten gefahren, Ich verstehe nicht, dass man sich als Gruppe nicht blöd vorkommt wenn man bei einem Non-Drafting Wettbewerb mit dem belgischen Kreisel unterwegs ist. Und wenn dann 3 oder 4 Mann davon noch denselben Vereinsanzug anhaben, kann mir keiner erzählen, dass es eng war auf der Radstrecke. Nein hier wird vorsätzlich Windschatten gefahren. Und es ist einfach unsportlich genauso wie Doping!

Nach einer für diese anspruchsvolle Strecke guten Zeit wechselte ich dann zum Laufen. Nach dem wieder sehr weiten Weg in der Wechselzone, ging es dann auf die Laufstrecke, die bis auf die Altstadt von Zell am See immer am See entlang führte. Von der Wechselzone bis Zell am See ging es dann auch recht flott voran, um mir dann in der Altstadt mein erstes Rundenbändchen abzuholen. dann ging es am See weiter auf den 2 Rundenkurs.
Hier kristallisierte sich auch der 1. vermeidbare Fehler heraus, ich hatte keine Ahnung wie lange die Runden sind und so war für mich die 1. Runde mental extrem anstrengend (- Merke: "Strecken inspizieren"). Ich wusste einfach nicht wo der Wendepunkt war und so hatte ich das Gefühl die Runde endet nie. Ich hatte ja noch nicht mal den Wendepunkt erreicht, einzig die tollen Zuschauer und Helfer hielten mich davon ab aufzugeben. Die Zuschauer feuerten einen durchwegs an und die Helfer an den zahlreichen Verpflegungsständen sorgten mit Wasser und Eis und allem was dazu gehört für die nötige Abkühlung. Und wieder ein echt großes Kompliment an den Veranstalter, die Verpflegung auf der Laufstrecke war der Hammer. Ich habe mich glaub ich auch mit 100 Liter Wasser auf den 21 km übergossen. Zur 2. Runde gibt es eigentlich nur noch zu sagen, die war viel einfacher, da ich wusste wo die Strecke dreht und was mich erwartet. Alles in allem habe ich einen durchwachsenen, aber noch akzeptablen Halbmarathon abgeliefert und konnte mit einer guten Zeit für diesen anspruchsvollen Wettkampf durchs Ziel laufen.



Fazit: Der Wettkampf war toll ohne Wenn und Aber!  Hervorragende Organisation, tolles Wetter und ein einzigartiges Ambiente. Ironman 70.3 Zell am See hat die schönste Schwimmstrecke, die ich je erlebt habe. Und sicherlich einer der schönsten Schwimmstrecken im Ironmanzirkus. Die Strecke ist aber nicht optimal für mich - Bergzeitfahren ist einfach nicht meine Stärke und der Halbmarathon ist auch nicht einfach, obwohl ich gar nicht erklären kann was die Kriterien bei der Laufstrecke sind. Es hat halt einfach ein paar Höhenmeter und war doch recht warm, Alles in Allem war Zell am See die Reise wert!! Es ist ein schöner Wettkampf mit toller Natur (hierfür hat man als Athlet im Wettkampf, aber nicht genug Auge dafür) und ich werde auch wiederkommen sobald ich bergtauglicher bin. Aber jetzt geht's erstmal in die Offseason und die Pläne für 2017 werden erst geschmiedet.

Wenn es Euch also interessiert welche Wettkämpfe dann wieder anstehen, schaut wieder vorbei!

stay tuned and enjoy the way to the finishline!


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